Sake
FACHBEGRIFF

Definition
Sake ist ein traditionelles japanisches alkoholisches Getränk, das aus fermentiertem Reis hergestellt wird. Es wird häufig als "Reiswein" bezeichnet, obwohl der Herstellungsprozess eher dem von Bier ähnelt. Sake ist ein fester Bestandteil der japanischen Kultur und begleitet viele kulinarische Erlebnisse, insbesondere in Kombination mit Sushi. Die Vielfalt der Geschmäcker und Aromen, die Sake bieten kann, macht es zu einem faszinierenden Getränk, das sowohl Einsteiger als auch Kenner begeistert. Sake kann in verschiedenen Stilen und Qualitäten genossen werden, was es zu einem vielseitigen Begleiter zu vielen Gerichten macht.
Herkunft
Die Ursprünge des Sake reichen weit in die japanische Geschichte zurück. Man glaubt, dass die Kunst der Sake-Herstellung ihren Anfang in der Yayoi-Zeit (300 v. Chr. bis 300 n. Chr.) nahm, als der nasse Reisanbau in Japan eingeführt wurde. Die Techniken haben sich über die Jahrhunderte verfeinert, wodurch Sake zu einem Symbol japanischer Handwerkskunst wurde. Die Etymologie des Wortes "Sake" selbst ist interessant, da es im Japanischen allgemein für alkoholische Getränke verwendet wird, während der spezifische Begriff für Reiswein "nihonshu" ist. In Japan wird Sake oft auch als "Shu" bezeichnet, was einfach "Alkohol" bedeutet.
Geschichte
Sake hat eine reiche Geschichte, die eng mit religiösen und gesellschaftlichen Ereignissen verknüpft ist. Ursprünglich wurde Sake in Shinto-Zeremonien verwendet und galt als heiliges Getränk. Mit der Zeit fand Sake seinen Weg in den Alltag und wurde zu einem beliebten Getränk zu Festen und Feierlichkeiten. Die Einführung der Pasteurisierung im 16. Jahrhundert und die moderne Massenproduktion im 20. Jahrhundert trugen zur Verbreitung von Sake bei. In der Edo-Zeit (1603-1868) erlebte Sake eine Blütezeit, als es in ganz Japan populär wurde und viele Brauereien gegründet wurden. Heute ist Sake nicht nur in Japan, sondern auch international sehr beliebt und wird in vielen Ländern produziert, wobei lokale Variationen entstehen.
Verwendung & Zubereitung
Sake kann auf verschiedene Arten genossen werden: heiß oder kalt, pur oder in Cocktails. Üblicherweise wird er in kleinen Porzellanschalen, genannt "Ochoko", serviert. Bei der Zubereitung von Sushi kann Sake auch als Zutat in Marinaden oder Saucen verwendet werden, um den Geschmack der Speisen zu intensivieren. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Sake auch in der japanischen Küche als Kochwein verwendet wird, um Gerichte zu verfeinern und Aromen zu verstärken. Die Wahl der Serviertemperatur kann den Geschmack des Sake erheblich beeinflussen – während leichtere Sake-Varianten oft kalt serviert werden, entfalten vollmundige Sake-Sorten ihr Aroma am besten warm. Es ist auch wichtig, Sake richtig zu dekantieren, um die Aromen optimal zur Geltung zu bringen.
Qualität & Einkauf
Beim Kauf von Sake ist es wichtig, auf die Qualität zu achten. Guter Sake zeichnet sich durch ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure aus. Achte auf Begriffe wie "Junmai", "Ginjo" und "Daiginjo", die auf den Poliergrad des Reises hinweisen und somit die Qualität bestimmen. Lagere Sake kühl und dunkel, um seinen Geschmack zu bewahren. Es ist auch ratsam, Sake innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach dem Kauf zu konsumieren, um die Frische und die Aromen optimal zu genießen. Viele Sake-Hersteller bieten auch Verkostungen an, was eine hervorragende Möglichkeit ist, verschiedene Sorten und Stile zu entdecken. Zudem kann es hilfreich sein, sich über die Region zu informieren, aus der der Sake stammt, da dies oft Einfluss auf den Geschmack hat.
Varianten & regionale Stile
- Junmai: Reiner Reis-Sake ohne Zusatz von Alkohol.
- Ginjo: Sake mit einem polierten Reiskorn, das zu mindestens 60% erhalten bleibt.
- Daiginjo: Hochwertiger Sake mit einem Poliergrad von 50% oder weniger.
- Nigori: Trüber Sake, der ungefiltert ist und einen etwas süßeren Geschmack hat.
- Namazake: Unpasteurisierter Sake für einen frischen, lebendigen Geschmack.
- Futsushu: Alltags-Sake, der oft in größeren Mengen verkauft wird und eine kostengünstige Option darstellt.
- Tokubetsu Junmai: Ein spezieller Junmai-Sake, der aus besonders gutem Reis hergestellt wird.
Tipps des Sushi‑Meisters
Wenn ihr Sake zu Sushi genießt, wählt einen leichteren Stil wie Ginjo oder Daiginjo, um den delikaten Geschmack des Fisches nicht zu übertönen. Probiert auch mal warme Sake-Varianten bei kalten Winterabenden, um die wohltuende Wärme zu erleben. Achtet darauf, beim Einschenken immer dem Gast zuerst einzuschenken – das ist ein Zeichen des Respekts. Eine interessante Kombination ist, Sake mit verschiedenen Sushi-Sorten zu probieren, um zu entdecken, welche Aromen harmonieren. Experimentiert mit verschiedenen Sake-Varianten, um euren persönlichen Favoriten zu finden. Für ein besonderes Erlebnis könnt ihr Sake auch mit kleinen Häppchen wie Edamame oder Tempura kombinieren, um die Geschmackskombinationen zu erweitern.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Sake und Reiswein?
Sake wird oft als Reiswein bezeichnet, jedoch ähnelt sein Herstellungsprozess eher dem von Bier, da er durch Fermentation von Reis entsteht.
Kann Sake schlecht werden?
Ja, Sake kann mit der Zeit seinen Geschmack verlieren. Es ist wichtig, ihn kühl und dunkel zu lagern und innerhalb eines Jahres nach dem Kauf zu konsumieren.
Wie wird Sake traditionell serviert?
Sake wird traditionell in kleinen Porzellanschalen, "Ochoko" genannt, serviert und kann heiß oder kalt genossen werden.
Was bedeutet "Junmai" bei Sake?
"Junmai" bedeutet, dass der Sake ohne Zusatz von Alkohol hergestellt wurde, was einen reineren Reisgeschmack ergibt.
Welche Sake-Variante passt am besten zu Sushi?
Leichtere Sake-Varianten wie Ginjo oder Daiginjo passen am besten zu Sushi, da sie den delikaten Geschmack des Fisches nicht überdecken.
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